Verkaufen auf einem Designmarkt, ja oder nein?

Verkaufen auf einem Designmarkt, ja oder nein?

Du hast Dein eigenes Modelabel gegründet und suchst jetzt nach Verkaufsmöglichkeiten für Deine Kleidung? In meinem heutigen Artikel gehe ich auf eine davon ein, Designmärkte (und andere Märkte), und erkläre Dir, ob so ein Event die richtige Verkaufsform für Dich sein kann.

Märkte und ähnliche temporäre Verkaufsevents sind in den letzten Jahren immer populärer geworden. So haben sich zum Beispiel die Modemessen Bread & Butter und Show & Order ein Beispiel an dieser Eventform genommen und verkaufen inzwischen auch an ein bis allen Tagen an den Endverbraucher.
Designmärkte finden inzwischen drinnen und draussen und zu allen Tageszeiten statt. Je nach Veranstalter verkaufen auf diesem Markt Designer, Labels und Künstler aller Disziplinen handgemacht und oder selbst entworfene Produkte.
So kann der Endverbraucher auf Märkten wie Weiberkram, Nachtkonsum oder Handmade Illustrationen, Mode, Schmuck, Porzellan, Prints oder Beautyprodukte von den Ausstellern erwerben.

Vielleicht bist Du froh, eine solche Verkaufsmöglichkeit gefunden zu haben. Vielleicht fragst Du Dich aber auch gleichzeitig..

Lohnt sich ein Designmarkt für Dein Modelabel?

 

Die allermeisten Kunden, ja, ich würde fast sagen fast alle neu Labels ohne Investor an Bord haben in Ihrer Laufbahn mindestens auf einem Designmarkt ausgestellt. Von außen betrachtet bietet ein solcher Verkauf eine geringe Markteintrittsbarriere, das heißt, dass Du dort viel einfacher verkaufen kannst, als mit einem Händler ins Geschäft zu kommen.

Die meisten Veranstalter erheben keine Zutrittsbeschränkungen. Das heißt, niemand macht Dir Vorschriften, wie hoch oder niedrig Deine Preise sein dürfen, wie viele Produkte Du verkaufst oder wie oft Du neue Stücke präsentierst. Erfahrene Veranstalter fragen Dich im Höchstfalle danach, ob Deine Produkte handgemacht sind oder nicht.

Was auf den ersten Blick für Dich wie eine große Gestaltungsfreiheit wirken könnte, beinhaltet auf den zweiten Blick verschiedene Stolperfallen. Solltest Du noch ganz am Anfang stehen, könnte die fehlende Preiskontrolle von außen für Dich erhebliche Nachteile haben. Sollten Deine Preise nämlich nicht marktkonform sein, verkaufst Du schlimmstenfalls gar nichts. Daraus könntest Du gegebenenfalls schließen, dass Deine Preise generell zu hoch sind. Das kann stimmen – muss aber nicht. Vielleicht waren Sie nur zu hoch für diesen einen speziellen Markt. Du siehst schon – gar nicht so einfach.

Generell empfehle ich Dir, wenn Du wissen möchtest, ob sich ein Markt als Verkaufsmöglichkeit für Dich lohnt, genau zu prüfen: Input vs. Output – sprich: Was musst Du an Zeit und Geld investieren, welche Verdienstmöglichkeiten hast Du?

Um herauszufinden, wie viel Geld Du investieren musst, stellst Du am besten folgende Kosten zusammen:
– Standgebühr
– Anfahrtskosten: Nutze google maps um die benötigten km herauszufinden, nimm diese dann *0,30 € und diese    Summe *2 (für Hin- und Rückfahrt)
– eventuelle Übernachtungskosten
– eventuelle Verpflegungskosten (selbst wenn Du Dir „nur“ etwas mitnimmst: Kalkuliere mindestens 24 €   Verpflegungspauschale pro 24 Stunden außer Haus)
– Marketingkosten (Flyer, Aufsteller, Rollup, Tüten, Aufkleber, … – was davon willst Du im Vorfeld drucken lassen?)
– Standkosten (brauchst Du noch Mobiliar oder Deko)
– Arbeitszeit (Stunden*Stundenlohn)
und schau am Ende mal, auf welche Gesamtsumme Du kommst.

 

 

Frag dann am besten andere Designer mit Markterfahrung, wie viel sie auf dem von Dir avisieren Markt verdient haben. Wenn Du keine anderen Designer kennst, schau mal in dieser Facebook Gruppe, dort dreht sich alles nur um Märkte und Du findest sich jemanden, den Du fragen kannst.

Der mögliche Marktumsatz sollte sich wenigstens ohne Deinen Stundenlohn auf einem deutlich höheren Level bewegen als Deine Kosten.

Soll ich Dir jetzt mal was verraten?

Ich habe diese Berechnung mit einigen meiner Kunden gemacht. Bei 99% der Fälle gab es nur ein Ergebnis und das lautete:

Es lohnt sich nicht.

Es gibt viele Märkte, auf denen die meisten Labelinhaber weit unter 500 € verdient. Wenn man dafür noch weit durch die Republik fährt, geht die Rechnung nicht auf.
Die einzige Ausnahme bilden ein paar Märkte kurz vor Weihnachten, wo viele Besucher nach Weihnachtsgeschenken suchen und kauflustiger sind. Solche Märkte könnten genauso wie bestimmte Märkte in der Sommersaison im Touristengebiet also durchaus Sinn machen. Du kannst, wenn Du den Markt mit der passenden Zielgruppe auswählst, wertvolles Kundenfeedback sammeln.

Prüfe also genau.

Falls Du Dich dafür entscheidest, auf einem Verkaufsevent auszustellen, sorg dafür, dass Du auf jeden Fall jede Menge Mitnahmeartikel (unter 20 €) anbietest und bestenfalls ein EC-Kartengerät mit hast.

 

Vielleicht fragst Du Dich, warum immer noch so viele Designer auf Märkten ausstellen? Viele Labelinhaber überlegen sich das leider vorher nicht, sondern freuen sich einfach, eine Verkaufsmöglichkeit zu haben.

Diese Energie kannst Du besser einsetzen. Ja, die aussichtsreichsten Verkaufsmöglichkeiten sind mit viel Arbeit verbunden und sind nicht so schnell erreichbar wie einen Stand auf einem Markt zu mieten. Dafür hast Du eine bessere Chance, dass es Dein Label lange gibt und Du davon nicht nur Deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst.

 

Wenn Du Dir einen Überblick verschaffen willst, welche Verkaufsmöglichkeiten Du sonst hast, empfehle ich Dir diesen Artikel von mir. Möchtest Du mehr Kunden gewinnen? Dann schau mal hier

 

 

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