Storecheck – Markt und Konkurrenz verstehen!

Storecheck – Markt und Konkurrenz verstehen!

Als angestellter Designer für ein großes Bekleidungsunternehmen ist man häufig auf sogenannten Inspirationsreisen in vielen Städten unterwegs, immer mit im Programm: Der sogenannte Storecheck. Dabei schaut man sich in Modegeschäften nach vorher festgelegten Kriterien um. Das können Geschäfte der Konkurrenz sein, das können auch inspirierende Boutiquen und Concept Stores sein.

 

Storechecks für Labelgründer: So geht’s und das bringt’s

 

Beim Storecheck geht es häufig darum, die Ware, aber auch die Warenpräsentation des Ladens zu erfassen. Warum Ihnen Storechecks gerade auf dem Weg in die Selbstständigkeit helfen können, verraten wir jetzt:

 

1. Preisrecherche

Irgendwann kommt während Ihrer Gründung der Punkt, an dem Sie Ihre Preise festlegen müssen, um attraktiv für den Handel zu sein. (Warum das so ist, lesen Sie hier – Verkauf Ihrer Mode) Eine sinnvolle Ergänzung zu Ihrer Onlinerecherche kann der Storecheck sein. Dabei können Sie herausfinden, welche Produktqualitäten und Verarbeitungen ein Label für Ihren Zielpreis anbietet. Das können Sie in Onlineshops nicht, deshalb lohnt es sich in jedem Falle die Geschäfte aufzusuchen. Wir empfehlen Ihnen dazu, Ihr Wunschpreissegment zu definieren. Ist das beispielsweise das Premiumsegment? Dann empfiehlt es sich, wenn Sie ausgesuchte Boutiquen oder Concept Stores aufsuchen. Vielleicht stellen Sie danach fest, dass sich Ihre Qualität noch verbessern muss oder dass Ihre Produkte mithalten können.

 

2. Warenpräsentation als Input für Ihre Kollektionsgestaltung und Vertriebsplanung

Wer aus einem großen Bekleidungsunternehmen kommt, wird es wissen: Bei dem Entwurf einer Kollektion spielt auch immer die Warenpräsentation auf der Verkaufsfläche eine große Rolle. Ein Produkt muss an den vorhandenen Warenträgern (sprich: Kleiderstangen, Liegeflächen usw.) gut aussehen und sich schön kombinieren lassen. Das können Sie bei Ihren Entwürfen berücksichtigen aber noch viel relevanter kann das in der Vorbereitung auf einen wichtigen Verkaufstermin sein: Wenn Sie dem Einkäufer Vorschläge liefern können, wie das Produkt bei ihm präsentiert und kombiniert werden kann, wird er sich freuen. Wichtig dabei ist: Realistisch bleiben. Suchen Sie sich als Beispiel nicht die zentralen Schaufensterpuppen im Eingangsbereich aus. Zunächst werden Sie wahrscheinlich nicht in der ersten Reihe stehen, wenn Sie geordert werden. Aber das ist auch gar nicht schlimm – wenn Ihre Produkte ansprechend sind und dem Käufer einen Mehrwert bieten, haben Sie gute Chancen auf dem Markt.

 

3. Kollektionsaufbau

Wenn Sie sich in der Kollektionsplanung befinden, lohnt es sich zu checken, wie viele Teile Ihre Mitbewerber anbieten. Haben sie zum Beispiel mehr Pullover als Hosen in der Kollektion? Setzen sie Knallfarben nur mit einigen Produkten der Kollektion als Highlights? Wichtig dabei ist aus meiner Sicht, dass Sie dabei auf Ihre direkten Mitbewerber schauen, und Sie sich nicht an großen Ketten orientieren.

 

4. Kundenfeedback – der vielleicht wichtigste Punkt

Je öfter Sie sich in einer möglichen Zielboutique aufhalten, desto mehr Kunden werden Sie dort treffen. Bei einem Storecheck geht es nicht darum, eine Umfrage durchzuführen (was ich Ihnen ohne das OK des Storebesitzers auch nicht empfehlen würde ;-)). Vielmehr geht es darum, ein Gefühl für den Kunden zu bekommen. Wenn Sie samstags ein solches Geschäft besuchen, schauen Sie an, was die anderen Kunden beachten, worüber sie reden, was sie kritisieren, was sie gut finden. Sie werden daraus wertvolle Informationen für Ihre eigenen Produkte sammeln können.

 

5. Der Vollständigkeit halber – Inspiration für Ihr Design

Natürlich ist es auch hilfreich, wenn Sie im Vorlauf einer neuen Kollektion bestehende Sortimente checken: Was gibt es schon, wo sind Marktlücken? Was hat diese Saison gut funktioniert, was könnte in der nächsten Saison kommen? Storechecks sind hier eine gute Ergänzung zur Trendrecherche. Wovon wir Ihnen allerdings abraten – Designs zu kopieren. Dafür brauchen Sie kein neues Label zu gründen, denn diese Produkte gibt es dann ja schon auf dem Markt ;-).

 

Wie gehen Sie beim Storecheck vor? Ich freue mich über Ihr Feedback in den Kommentaren.

 

credit: Unsplash Jason Briscoe

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.