Saisonplanung für Mode-Startups: Teil 1 – Branchenzyklus der Modeindustrie passend für Ihr Mode-Startup

Saisonplanung für Mode-Startups: Teil 1 – Branchenzyklus der Modeindustrie passend für Ihr Mode-Startup

Egal ob Sie aus der Branche kommen und ein Label gründen oder nicht – Zeitmanagement ist einer der wichtigsten Aspekte, wenn es um die Planung und Umsetzung Ihrer eigenen Modekollektion geht. Doch wie viel Zeit braucht man überhaupt für was? Wann müssen die Entwürfe zur Musterung? Wann müssen die Musterteile für den Verkauf stehen?
Wir haben für Sie zusammengefasst, welche Zeit Sie wofür einplanen müssen. Beim ersten Mal sollten Sie zusätzliche Zeit einplanen. Am besten Sie fangen schon 3 Monate früher an. Gerade beim ersten Mal können unerwartete Zwischenfälle passieren, die man nicht eingeplant hat.

 

So planen Sie Ihre eigene Modekollektion: Ihr Saisonfahrplan

 

Im ersten Schritt sollten Sie sich Gedanken über Ihr Ziel machen: Verkaufen Sie an Endverbraucher über einen eigenen Onlineshop und/oder einen eigenen Laden? Oder verkaufen Sie, selbst oder über eine Handelsagentur, an Händler? Wenn Sie das noch nicht wissen, sollten Sie unbedingt diesen Artikel lesen. Verkauf Ihrer Mode: So kommen Ihre Produkte zum richtigen Kunden.

 

Bei unserer Empfehlung gehen wir von zwei Saisons pro Jahr aus. Denn nur wenige Labels, die noch ganz am Anfang stehen, haben schon vier, oder noch mehr Kollektionen. Wenn sie mit dem Handel zusammenarbeiten, bringen die meisten jungen Modeunternehmen zweimal pro Jahr neue Produkte auf den Markt.

 

In welcher Saison möchten Sie das erste Mal Ihre Produkte auf den Markt bringen, wenn Sie gerade gegründet haben?
Im Juli/Aug beginnt die Auslieferung der Herbst/Winterware an den Handel und damit der Verkauf an den Endverbraucher. Im Jan/Feb startet wiederum die Auslieferung der Sommerware.

 

Egal an wen Sie vertreiben, sollten Sie unbedingt berücksichtigen, dass die meisten Ihrer Geschäftspartner inklusive Ihrer Produktion im Schnitt zwei Wochen Weihnachtsferien machen. Die Fabriken machen häufig auch Sommerferien, diese überschneiden sich allerdings nur teilweise. Im Winter hat auch Ihre PR-Agentur zu. Die Sommerkollektion muss also rechtzeitig fertig sein. Aber schauen wir uns die Zeitplanung für Ihr Modelabel im Konkreten an:

 

Vertrieb an den Modehandel

 

Die Saison startet meistens ruhig im Februar beziehungsweise August. Viele aus der Branche fahren nach erfolgreichem Verkaufsschluss der letzten Saison erst einmal in den Urlaub. Sollten Sie das genauso machen, nutzen Sie doch die Zeit und bringen Sie neue Impressionen für Ihre nächste Kollektion mit.

 

Von der ersten Idee bis zu dem fertigen Kollektionsboard vergehen im Schnitt 6-8 Wochen. Während es in der ersten Phase des Entwurfs darum geht, aktuelle Trends zu recherchieren, Storechecks durchzuführen und den Markt zu analysieren geht es in der zweiten Phase darum die gesammelten Ideen in fertige Entwürfe zu verarbeiten. Aus einem Skizzenbuch entstehen so Scribbels, also aussagekräftige Handzeichnungen, aus denen wiederum mithilfe von Illustrator, Indesign oder Photoshop technische Zeichnungen angefertigt werden.

 

Diese helfen im zweiten Schritt den Schnittmachern, die konkreten Details des Produktes umzusetzen: Gibt es einen Reißverschluss? Wie groß sollen die Knöpfe sein? Welche Nahtart ist angedacht? Und so weiter.
Je nachdem, wie kompliziert Ihre Schnitte sind und wie viele Teile Sie geplant haben, kann es bis zu 8 Wochen dauern, bis alle Schnitte fertig sind. Parallel startet meist schon die Musterung, also die Phase, in der aus den Schnitten fertige Produkte entstehen. Meistens gibt es mehrere Qualitätskontrollen, also Zeitpunkte, zu denen Sie überprüfen, ob das angefertigte Muster den gewünschten Anforderungen entspricht. Wenn Sie Kleidungsstücke entwerfen,  finden auch Anproben statt. Bei Accessoires müssen die Produkte nicht am Körper auf ihre Passform überprüft werden.

 

Die fertigen Muster werden dann, sobald alle Anforderungen berücksichtigt sind, freigegeben. Im nächsten Schritt werden die Muster dupliziert, weil Sie für eine erfolgreiche Vertriebssaison mehrere Musterserien benötigen. Die erste Musterkollektion sollte dann an die PR-Agentur gehen, da die Agenturen einen Vorlauf benötigen. Produkte und Artikelvorschläge werden nicht sofort veröffentlicht, denn Sie möchten ja, das alle Händler rechtzeitig zum Start der Ordersaison von Ihren Produkten erfahren.

 

Wir empfehlen Ihnen, eine weitere Kollektion für das B2B-Marketing zu nutzen. Unter B2B-Marketing versteht man die (bezahlte und nicht bezahlte) Werbung, die man an andere Unternehmen richtet. In Ihrem Fall ist das die Werbung, die Sie an die Händler richten.

 

Die dritte Musterkollektion können Sie für Ihren Messeauftritt verwenden, egal ob Sie auf der Messe stehen oder ob das eine Handelsagentur für Sie übernimmt. Hier finden Sie unseren Artikel, wie Sie Ihren Messeauftritt optimal vorbereiten.

 

Die Modemessen in Berlin läuten die Verkaufsphase der Saison ein. Diese dauert im Schnitt 2-6 Wochen, in denen die Termine mit den Händlern stattfinden.

 

Wenn die Orderrunde geschlossen ist, wird die Produktion vorbereitet. Welche Teile wurden wie oft verkauft?
Jetzt haben Sie einen Überblick, welche Teile wie oft produziert werden müssen. Die Produktion startet und läuft im Schnitt 8-12 Wochen. Je nach Produktionsgröße und –land sollten Sie einen zeitlichen Puffer einplanen. Wenn die Produktion einen anderen Großauftrag erhält oder schlecht organisiert ist, kann sich Ihre Produktion auch mal nach hinten verschieben.

 

Eine pünktliche Auslieferung ist wichtig, damit die Händler keine leeren Verkaufsflächen haben und Sie die Vertragsbedingungen einhalten.  Die Auslieferung beginnt meistens Ende des Sales, also im Juli/Aug beziehungsweise Jan/Feb.

 

Berücksichtigen Sie auch Zeit, die Ihre Ware im Zoll verbringt. Der Zoll hat schon so manche Auslieferdaten zunichte gemacht, weil Container im Hafen feststeckten. Um Ihr Risiko zu minimieren, ist es sinnvoll, innerhalb Europas beziehungsweise innerhalb der EU zu produzieren.

 

Parallel dazu sollte auch die PR und das Marketing starten, das sich an den Endverbraucher richtet.

 

Und schon geht der ganze Spaß wieder von vorne los…

 

Wollen Sie noch mehr über die einzelnen Phasen erfahren? Hinterlassen Sie mir doch einen Kommentar und schreiben Sie mir, was gut klappt hat und was vielleicht weniger gut läuft.

 

Photo by Nathan Dumlao on Unsplash

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.