Saisonplanung für Mode-Startups: Teil 2 – Verkauf an den Endverbraucher

Saisonplanung für Mode-Startups: Teil 2 – Verkauf an den Endverbraucher

Nach der Fashionweek, die bis Freitag in Berlin stattfand, geht die neue Saison wieder von vorne los. Wenn Sie das erste Mal dabei sind oder sich neu sortieren möchten, hilft Ihnen unser unten dargestellter Zeitplan, dem Sie entnehmen können, wann welcher Schritt zu tun ist.

Der erste Schritt ist immer die Zielsetzung. Planen Sie, an den Einzelhandel und/oder an den Endverbraucher zu verkaufen? Wenn Sie an den Einzelhandel verkaufen, sind Ihre Kunden in erster Linie Händler, auch wenn Sie deren Käufer natürlich auch im Blick behalten müssen. Was die wollen, das will auch (meistens) der Handel. Daneben gibt es einige Aspekte, die besonders für den Händler eine Rolle spielen. Das sind beispielsweise professionelle Verkaufsunterlagen, ein attraktives Preisgefüge (Stichwort: Margen) und absolute Zuverlässigkeit. Ein anderer Fall dagegen ist der Verkauf an den Endverbraucher, also jemand wie Sie und ich, der zum Beispiel in einem Laden oder Onlineshop einkauft. Sein Hauptfokus liegt auf dem Produkt, der Qualität und dem Verkaufspreis.
Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, haben wir Ihnen hier zusammengefasst, wie Sie es herausfinden. Wenn Sie schon wissen, dass Sie an den Handel verkaufen bzw. verkaufen wollen, finden Sie in Teil 1 den passenden Zeitplan.

 

Verkauf an den Endverbraucher – hier ist Ihr Zeitplan

 

In der folgenden Übersicht haben wir für Sie zusammengefasst, wann Sie welchen Arbeitsschritt erledigen sollten.

 

Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Die Grafik berücksichtigt den direkten Verkauf an den Endverbraucher auf Basis von zwei jährlichen Kollektionen. Wenn Sie den Onlineshop regelmäßig mit neu entworfener Mode auffüllen, sollten Sie unsere Tipps am Ende des Artikels lesen.

 

Bei der Planung ist zuallererst zu beachten, dass Sie kein Jahr vorher Ihre Kollektion stehen haben müssen, sondern in etwa ein halbes Jahr vor der Auslieferung an den Handel mit dem Entwurf der Kollektion beginnen können.

 

Nach der kreativen Phase, in der Sie aus Ideen und Inspirationen ein fertiges Design und später eine produktionsfertige, technische Zeichnung werden lassen, gehen Ihre Produkte in den Schnitt beziehungsweise die Musterung. Manche Unternehmen lassen ihre Produkte direkt bei der finalen Produktion mustern, andere mustern bei einem anderen Dienstleister vor. Das ist dabei dienlich, wenn man der Produktion ein fertiges Produkt zeigen will und damit besser gewährleisten kann, dass die Produkte später genauso aussehen. Das gilt vor allem für Produktionen, die im entfernten Ausland stationiert sind.

 

Teilweise werden Schnitte und Muster auch Inhouse angefertigt, je nachdem, welche personellen Kapazitäten Ihnen zur Verfügung stehen. Wir würden Ihnen allerdings davon abraten, die Sie Muster selbst herzustellen, wenn Sie alleine im Unternehmen sind und mehr als 2 Produkte anbieten. Konzentrieren Sie sich lieber auf Ihre kreativen und unternehmerischen Aufgaben – das wird sich mittelfristig bezahlt machen.

 

Wenn die Produktionsfreigabe erfolgt ist, kann die Produktion beginnen. Während Ihre finalen Pieces hergestellt werden, startet die Pressearbeit an den Endverbraucher. Diese benötigt erfahrungsgemäß etwas Vorlauf, dementsprechend sollte sie schon starten, bevor die Produkte im Shop sind. Es dauert nämlich immer eine gewisse Zeit, bis man Veröffentlichungen in den Magazinen bekommt, weil die Hefte häufig über Monate vorproduziert werden. Für diese Arbeit stellen Sie der Agentur eine fertige Musterkollektion zur Verfügung.

 

In dieser Zeit können Sie auch die Marketingaktionen mithilfe einer weiteren Musterkollektion planen und starten: Über welche Kanäle wollen Sie den Endverbraucher auf Ihren Onlineshop beziehungsweise in Ihren Laden locken?

 

Für einen Laden lohnen sich vielleicht eher lokale Aktionen, wie ein Interview mit der Lokalzeitung, Aktionen auf dem örtlichen Stadtfest oder in der Fußgängerpassage, da Sie ja besonders auf die Kunden aus der Umgebung angewiesen sind. Gibt es vielleicht so etwas wie ein Unternehmernetzwerk in Ihrer Stadt, in das Sie eintreten können?

 

Wenn Sie Ihr Angebot mithilfe eines Onlineshops an den Mann bzw. die Frau bringen wollen, können Sie auch mit Influencern arbeiten. Den Kontakt zu ihnen gibt es auch häufig über eine PR-Agentur und einen eigenen Instagramfeed aufbauen, der das Produkt ins beste Licht stellt. Dazu empfehlen wir Ihnen, Ihren eigenen Instagramfeed ähnlich wie ein Influencer aufzubauen, also einen Lifestyle zu zeigen, nicht nur das Produkt. Andere Möglichkeiten sind Facebook und Instagram Werbeanzeigen.

 

Wenn die Lieferung der Produktion bei Ihnen angekommen ist und Sie die Qualität überprüft haben, können Sie mit dem Verkauf beginnen. Optimalerweise haben Sie die Musterkollektion schon genutzt, um die Produkte im Hintergrund in den Shop einzupflegen und die Beschreibungen vorzubereiten.

 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei dem Verkauf Ihrer Produkte!

 

Hilft Ihnen mein Saisonfahrplan weiter? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar, ich freue mich auf Ihr Feedback.

 

credit: Photo by Brooke Cagle & Priscilla Du Preez on Unsplash

 

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