Outsourcen leicht gemacht – welche Aufgaben Sie als Modedesigner besser abgeben sollten

Outsourcen leicht gemacht – welche Aufgaben Sie als Modedesigner besser abgeben sollten

Stellt Sie Ihr tägliches Aufgaben Repertoire auch ständig vor neue Herausforderungen? Ich beantworte Ihnen in meinem heutigen Artikel die Frage, welche Aufgaben Sie selbst machen sollten und welche Sie besser abgeben. Außerdem erfahren Sie auch, an wen Sie Aufgaben abgeben können und welche Möglichkeiten es außerhalb eines Mitarbeiters noch für Sie gibt. Wenn Sie die Ratschläge aus dem Artikel beherzigen, haben Sie die Chance, sich besser auf das zu konzentrieren, was Sie wirklich gut können. Damit erreichen Sie Ihre Ziele.

 

Erfolgreich als Modedesigner: Fokus durch Aufgabenabgabe

 

Im Gegensatz zu vielen klassischen Startups gründen Modedesigner häufig allein ihr eigenes Modelabel. Aber auch wenn Sie zu zweit oder mit mehreren Mitgründern gestartet sind, können Sie sicher einige Tipps für die Aufgabenverteilung mitnehmen.

Um herauszufinden, wo Sie beim Delegieren überhaupt ansetzen können, sollten Sie sich zunächst einmal alle Aufgaben, die Sie sich tagtäglich vornehmen, auflisten. Die Liste kriegen Sie gut vervollständigt, wenn Sie sie parallel zum Tagesgeschäft immer weiter ergänzen. Ich nenne Ihnen hier einige typische Aufgaben, die bei Ihnen anfallen könnten:

 

Design/Produktmanagement:

– Kollektionsplan bzw. Produktübersicht für die neue Saison erstellen

– neue Designs entwerfen

– produktionsfertige, sogenannte technical sheets anfertigen (mit genau beschrifteter Skizze, Bemaßungen, usw.)

 

Beschaffung/Produktion:

– Messen zur Materialrecherche besuchen

– Kommunikation mit der Produktionsstätte

– Qualitätsmanagement, d.h. Überprüfung der gelieferten und fertig produzierten Erzeugnisse

 

Gründung/Strategie:

– Jahresplan erstellen

– Meilensteine festlegen

– Wochenplan mit Aufgaben zur Zielerreichung erstellen

 

Kapitalbedarf/Finanzierung:

– Kalkulation der Vorlaufkosten für eine Produktion

– Preiskalkulation für das Endprodukt

– Berechnen von Händlerpreisen (Marge, Skonto u.ä.)

 

Unternehmer/Management:

– Vision und Mission regelmäßig überprüfen

– Austausch mit anderen Unternehmern

– Teammotivation (Mitarbeiter, Externe)

 

Vertrieb/Vermarktung:

Händlerakquise

Onlinemarketing für Deinen Onlineshop

Weihnachtsaktionen überlegen

 

Spätestens jetzt wird Ihnen bestimmt beim Lesen bewusst, wie vielfältig die Herausforderungen als Modelabelgründer sind. Wenn Sie einen mehr oder minder vollständigen Plan Ihrer Aufgaben haben, überlegen Sie, was Sie an wen abgeben können. Dabei spielen, aus meiner Sicht, drei Fragen, die Sie sich jede Aufgabe stellen sollten, die größte Rolle:

 

Führt die Erledigung dieser Aufgabe dazu, meinem Ziel näherzukommen?

 

Ein Beispiel: Wenn Sie sich als Ziel gesetzt haben, dreißig Einkäufer in der aktuellen Saison von Ihrem Produkt zu überzeugen, bringt es Sie sicher Ihrem Ziel näher, wenn Sie die Preise durchrechnen und anschließend attraktive Preise für die Händler aufstellen. Weniger relevant wäre beispielsweise, wenn Sie den Lieferanten Ihre vorher ausgewählten Stoffe mitteilen. Sobald Sie die Stoffe ausgewählt haben, könnte sich eine andere Person um die Bestellung kümmern.

 

Helfen mir meine Kenntnisse, ein mindestens befriedigendes Ergebnis in einer vertretbaren Zeit zu erzielen?

 

Wenn Sie beispielsweise gar nicht wissen, wie man Preise kalkuliert, weil Ihnen die betriebswirtschaftlichen Vorkenntnisse fehlen und es Sie sehr viel Kraft und Zeit kosten würde, sich die notwendigen Kenntnisse anzueignen, stellt sich die Frage, ob sich das lohnt oder ob Sie das Ergebnis nicht schneller und besser bekommen können.

 

Ist die Aufgabe maßgeblich für den Geschäftserfolg?

 

Mit dem Geschäftserfolg meine ich, dass Sie mit Ihrem Business Geld verdienen. Also konkret – Verkaufsgespräche bringen Umsatz und da lohnen sich investierte Minuten meistens. Wenn Sie die Ablage machen, führt das nicht dazu, dass Sie auch mehr Umsatz machen. Auch diese Sichtweise sollten Sie mit in Ihre Einschätzung einfließen lassen.

 

Wenn Sie Ihre anfallenden To Dos nach diesen drei Fragen eingeschätzt haben, gibt es sicher Punkte, die Sie nicht mehr unbedingt selbst machen möchten und lieber die Zeit besser investieren. Als Nächstes sollten Sie sich Gedanken machen, wem Sie die Aufgabe übertragen können. Hier habe ich Ihnen ein paar Möglichkeiten aufgelistet:

 

Mitarbeiter: Eignet sich insbesondere dann, wenn Sie regelmäßig sehr viele Aufgaben in einem Tätigkeitsbereich, z.B. Produktion, abzugeben haben. Ein Praktikant, eine Aushilfe oder eine Teilzeitkraft kann zum Start eine kostengünstige Alternative für eine Vollzeitkraft sein. Bitte bedenken Sie immer, dass ein Mitarbeiter eine gewisse Ortsbindung erfordert (Büro, Showroom, Laden o.ä.), denn die wenigsten Angestelltenverhältnisse funktionieren in der Ferne gut. Außerdem sollten Sie die Aufgabe langfristig abgeben wollen. Wie Sie Ihren ersten Mitarbeiter finden, verrate ich Ihnen hier.

 

Experte: Als Experte verstehe ich eine Person, die in einem Bereich spezialisiert ist, wie Facebook Ads und in der vorgegebenen Zeit deutlich bessere und zielführendere Ergebnisse als Sie erzielen können. Ein Experte könnte auch eine Schnittdirektrice sein. Es gibt längst nicht für alle Bereiche Experten, für die Arbeitsbereiche, in denen Fachwissen gefragt ist, lohnt es sich aber in jedem Falle, auf die Suche zu gehen. Die Herausforderung dabei besteht aus meiner Sicht darin, jemanden zu finden, der einen guten Job macht. Das kann man als Nicht-Experte in dem jeweiligen Bereich vielleicht nicht so einfach beurteilen. Meine Empfehlung: Fragen Sie den Experten nicht nur nach Referenzen, sondern auch, wie er Ihre Thematik angehen würde und welche konkreten (messbaren) Ergebnisse er erzielen wird. So können Sie am besten entscheiden, ob sich das Invest für Sie lohnt.
Einen Experten finden Sie am besten über eine Google-Recherche oder eine Empfehlung durch einen Branchenverband.

 

Dienstleister: Ein Dienstleister ist eine Firma, die Aufgaben etwa IT oder PR übernehmen kann. Der Unterschied zwischen einem Dienstleister und einem Experten ist, dass ein Experte deutlich tiefergehendes Wissen benötigt und Sie auch strategisch unterstützen kann. Ein Dienstleistungsunternehmen hat häufig einen Experten-Chef, die Mitarbeiter sind das aber nicht zwingend. Dadurch sind sie in umfangreichen operativen Arbeiten günstiger, als wenn Sie hier einen teuren Experten buchen würden. Es gibt mehr Dienstleistungsunternehmen als Experten. Sie finden passende Dienstleister über lokale Verzeichnisse (wenn Sie jemanden in Ihrer Nähe wollen), über Empfehlung von Kollegen oder Businessnetzwerke. Bei Dienstleistern empfehle ich Ihnen eine genaue Prüfung und Festlegung der Leistungen, damit Sie sicher sein können, dass alle Aufgaben erledigt werden.

 

Coach, Berater, Trainer: So jemand eignet sich am besten, wenn Sie selbst in einem bestimmten Thema besser werden müssen bzw. wollen. Während ein Coach ein strategischer Sparringspartner ist, der Ihnen hilft, Ihr Unternehmen weiterzuentwickeln, können Sie von dem Trainer in einem bestimmten Fachbereich sehr viel lernen und besser werden. Solche Personen finden Sie gut über Konferenzen (on und offline) als auch in Facebook-Gruppen. Hüten Sie sich besser vor denen, die in Scharen zu Gründerveranstaltungen kommen und dort fleißig versuchen, alles was nicht niet- und nagelfest ist zu akquirieren.

 

Virtueller Assistent: Aus meiner Sicht ist ein VA jemand, den man heutzutage IMMER braucht. Ein VA ist sowohl vielseitig als auch vergleichsweise günstig und benötigt keine Bürokapazitäten. Ein typischer VA kann sämtliche Backoffice-Tätigkeiten von Dokumentenerstellung, Mails bearbeiten bis Buchhaltung vorbereiten übernehmen und Sie damit insbesondere administrativ entlasten. Viele bieten auch kleine Grafikdienstleistungen an, unterstützen Sie bei Social Media Posts und passen WordPress Seiten an. Sie können einzelne VPAs recherchieren, in Facebook-Gruppen einen Aufsuch starten oder sich an eine Agentur wenden.

 

Alles in allem lohnt es sich, sich Unterstützung zu holen. Ich würde fast so weit gehen, zu sagen, mit jeder Aufgabe, die Sie abgeben, kommen Sie schneller voran. Wichtig ist nur, dass Sie zunächst Ihre Erwartungshaltung transparent an Ihren Gegenüber transportieren und zu Beginn keine perfekten Ergebnisse erwarten. Eine Zusammenarbeit ist immer ein Prozess, der Einarbeitung und ein aufeinander einstellen erfordert. Wenn Sie positive Ergebnisse loben und bei Dingen, die Ihnen negativ auffallen, sofort in eine konstruktive Kommunikation übergehen, stehen die Chancen gut, dass Sie und Ihr Wunschpartner erfolgreich zusammenarbeiten.

 

Welche positiven oder negativen Erfahrungen haben Sie bereits gemacht, wenn Sie Aufgaben abgegeben haben? Haben Sie Lust, mir davon in den Kommentaren zu erzählen? Ich freue mich auch sehr darüber, wenn Du Teil meiner Facebook-Gruppe werden und Sie sich mit anderen Modelabelgründern austauschen.

 

Photo by rawpixel.com on Unsplash 

 

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