Mit der Zeit gehen: Wie modisch sollte Ihre Kollektion sein?

Mit der Zeit gehen: Wie modisch sollte Ihre Kollektion sein?

Als Modelabelgründer steckt man oft in folgender Bredouille:
Soll man eine Kollektion entwerfen, die modisch ist, um die Chance zu haben, einmal ein Hype zu werden? Falls Ihnen das gelingen sollte, stehen Sie darauffolgend unter immensem Druck, die Erwartungen Ihrer Fans zu erfüllen. Ab diesem Zeitpunkt erwarten sie von Ihnen eine schöne, einfallsreiche und modische Kollektion. Eines der wenigen Beispiele, die es über mehrere Saisons geschafft haben, modisch zu bleiben und nicht in Vergessenheit zu geraten, ist Isabel Marant.

 

Alternativ dazu stehen im Gegensatz Basics, im Händlerjargon auch gerne NO(O)S genannt. Das sind solche Artikel, die, wie die Abkürzung so schön besagt „never out of stock“ sind, weil man sie sehr viele Saisons tragen kann. Haben Sie nicht auch dieses eine Streifenshirt im Schrank, das bald die Zehn-Jahres-Grenze knackt?

 

Ich kenne viele Mode-Startups, die vollkommen unabhängig jegliche Trends entwerfen und eher ihre eigene kreative Note in die Kollektion einbringen, als aktuelle Zeitströme zu berücksichtigen. Andere Gründer gehen noch weiter und entwerfen weder nach Saison, noch begrenzen sie den Zeitraum für ihre Nicht-Basics, was im Klartext so viel heißt, dass die Produkte über Saisons hinaus verkauft werden.

 

Welche Trends Sie als Modelabelgründer bei Ihrer Kollektion berücksichtigen müssen

 

Sie wissen jetzt, was andere Gründer machen. Zusätzlich möchten wir Ihnen noch unsere Einschätzung mit auf den Weg geben.

Der Betriebswirt würde sagen: „XY % der Kollektion sollten sich auf Modetrends beziehen.“

 

Doch fangen wir mal ganz von vorne an:

Sie gründen Ihr Label bzw. haben Ihr Label hoffentlich auch deshalb gegründet, um von dem, was Ihnen Spaß macht, leben zu können. Damit Sie nicht jahrelang am Existenzminimum leben und Ihr Label einen Sinn hat, sollten Sie sich insofern nach dem Markt orientieren, als dass Sie berücksichtigen, welche Produkte der Kunde auch nachfragt.
In dem Artikel „10 Tipps um jetzt mit Ihrem Modelabel durchzustarten“ und „Verkauf Ihrer Mode“ haben wir unter anderem beschrieben, wie Sie herausfinden können, was der Kunde nachfragt. Wenn Sie wissen, wo der Bedarf auf dem Markt ist, empfehlen wir Ihnen, sich danach auch in gewisser Weise zu richten.

 

Ein eigenes Label zu designen ist immer ein Balanceakt zwischen eigenem Anspruch und Kundenfeedback. Gerade zum Start sollten Sie sehr aufmerksam sein, was das Kundenfeedback zum Produkt betrifft. Wie ist die Funktionalität? Können die Leute das Produkt kombinieren? Und so weiter und so fort.
Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, wenn Sie zusätzlich im Vorfeld der Kollektionsgestaltung sogenannte Trendrecherche betreiben, dabei empfehlen wir Ihnen, sich aber nicht nur auf bekannte Kollektionen zu beschränken. Stürzen Sie sich viel besser auch auf fachfremde Anhaltspunkte: Wie sind die gesellschaftlichen Entwicklungen? Was gibt es Neues in der Beautywelt? Gibt es spannende Farben oder Materialentwicklungen im Einrichtungssektor? Natürlich können Sie diese Einflüsse nicht 1:1 übernehmen und das sollten Sie auch gar nicht. Vielmehr geht es darum, dass Sie Ihre Kreativität mit passenden Einflüssen füttern, um diese bei der Kollektionsgestaltung zu berücksichtigen.

 

 

Allgemein empfehlen wir Ihnen, sich besonders auf langlebigere Trends zu konzentrieren und nicht aktuelle Trends auf die nächsten Saisons zu übertragen. Wenn ein anderes, vielleicht auch bekannteres Label für ein bestimmtes Produkt oder einen Trend steht, dann kopieren Sie den Trend nicht, sondern schaffen Sie unter Berücksichtigung der Kundenwünsche und Trendforecast Ihr eigenen Bestseller.
Darüber hinaus möchten wir Ihnen ans Herz legen, wie oben schon durch das Zitat eines Betriebswirts angedeutet, dass Sie einen gewissen Anteil der Kollektion modischer gestalten und den Rest so halten, dass er einige Saisons überdauert. Viele Kunden kombinieren ja zum Beispiel auch eine Ripped-Jeans mit einem Streifenshirt. Oder eine schlichte Hose mit einem modischen Carmen-Oberteil. Klar, was wir meinen, oder?

Natürlich gilt unsere Empfehlung wieder für den großen Durchschnitt der Modelabelgründer, Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn Sie in einem speziellen Segment unterwegs sind, ist darüber gegebenenfalls nochmal zu diskutieren.

 

Inwieweit berücksichtigen Sie Trends bei Ihrem Entwurf? Schreiben Sie uns doch einen Kommentar oder eine Email. Wir freuen uns, wenn wir uns austauschen können.

 

Zum Schluss habe ich noch die wichtigsten Links zur Trendrecherche für Sie:

 

Fashion Business:
WWD
Businessoffashion

Catwalk Check:
Vogue
ELLE
Vogue Deutschland

Trendportale:
World’s Global Style Network (WGSN)
tendstop
tendstop-Blog

 

Photo by Todd Quackenbush on Unsplash

 

 

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