Kundengewinnung für den Onlineshop Ihres Modelabels

Kundengewinnung für den Onlineshop Ihres Modelabels

Als Modelabelgründer haben Sie wahrscheinlich auch jeden Tag ganz unterschiedliche Aufgaben zu erledigen. Welche stellen Sie dabei vor die größte Herausforderung? Vielen Ihrer Mitstreiter fällt das Thema Kundengewinnung am schwersten. Das möchte ich zum Anlass nehmen, um Ihnen heute ganz viel Input mitzugeben, wie Sie neue Kunden gewinnen können. Dabei hilft Ihnen dieser Artikel heute insbesondere dann weiter, wenn Sie einen eigenen Onlineshop haben.

 

So ziehen Sie neue Kunden für den Onlineshop Ihrer Modelabels an (ohne Marketingbudget)

 

Auf den ersten Blick scheint ein eigener Onlineshop zunächst die Verkaufsplattform zu sein, über die es am einfachsten ist, Kunden zu gewinnen. Man kann den Shop „bequem vom Sofa aus“ betreuen und muss nicht direkt in Ladenmiete und Inventar investieren. So leicht es scheint, ist ein Onlineshop meistens genauso arbeitsintensiv, wenn es ums Verkaufen an sich und die administrativen Prozesse im Hintergrund geht. Eins möchte ich daher vorwegsagen: Auch mit einem Onlineshop sollten Sie aktiv verkaufen und nicht auf Kunden warten.

 

Was heißt das konkret? Wenn Sie die folgenden Tipps umsetzen, können Sie mehr Kunden gewinnen:

 

Steigern Sie Ihre Reichweite und ziehen Sie damit Menschen an, die Ihre Produkte noch nicht kennen

 

Gerade wenn Sie noch sehr wenig Käufer und Interessenten hatten, ist es wichtig, dass Sie Ihre Community ausbauen.

Aber auch, wenn inzwischen schon jeder in Ihren Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis Fan Ihrer Produkte ist, bzw. Ihre Produkte kennt, ist es höchste Zeit, über Ihre Grenzen hinauszuwachsen. Eigentlich ist es für fast jedes Unternehmen, egal wie alt und wie erfolgreich, wichtig, neue Interessenten zu erschließen.

Es ist gut und wichtig, kontinuierlich Ihre sozialen Netzwerke mit aktuellen Inhalten rund um Ihre Produkte zu pflegen. Um aber mehr neue Interessenten zu erreichen, sollten Sie Ihre Produkte gezielt vermarkten. Sie bieten Tragetücher für Kinder an? Gibt es zum Beispiel Facebook-Gruppen, die sich mit den unterschiedlichen Wickeltechniken beschäftigen? Wenn ja, wie wäre es, wenn Sie dort mit Fotos oder einem Video zeigen, welche Techniken sich mit Ihrem Tuch umsetzen lassen? In diesem Post sollten Sie auf Ihre verwendeten Tücher hinweisen. Reine Werbeposts möchte weder ein Gruppenmoderator noch ein möglicher Interessent lesen. Also schaffen Sie Mehrwert, in dem Sie Ihr Produkt in einen ansprechenden Post verpacken. Vielleicht gibt es eine Gruppe, in der sich Interessierte über Bekleidungsproduktion austauschen und Sie können eine besonders menschen- und umweltfreundliche Fertigung vorstellen. Vielleicht haben Sie ein spezielles Geschenke-Set, dass Sie in einer Gruppe für Weihnachtsgeschenk-Ideen vorstellen können. Und so weiter.

 

Wenn Sie Ihre Reichweite aber so richtig explodieren lassen wollen, empfehle ich Ihnen Videos, Presse und Kooperationen.

Es gab mal in einer der zahlreichen Gründergruppen eine Modedesignerin, die allein dadurch, dass sie Unterstützung gesucht hat und regelmäßige Vlogs bei YouTube über Ihr Vorankommen bei der Labelgründung gepostet hat, eine enorme Reichweite aufgebaut hat. Wenn Sie nur ab und an beispielsweise auf Ihrer Facebook Seite ein Live-Video zeigen, wird Ihre Reichweite besser als bei einem rein schriftlichen Post, da Facebook Videos in seinem Algorhytmus stärker berücksichtigt. Wie wäre es also mal mit einer kleinen online Atelierführung?

Die zweite Möglichkeit für richtig viel Reichweite ist Presse. Wenn Sie jetzt denken, dass Sich keine Presse für Sie begeistern kann, weil Ihr Label noch winzig ist, habe ich gute Neuigkeiten: Es ist alles eine Frage der Relevanz. Konkret meine ich damit, dass Sie eine Publikation mit einer großen Audienz finden müssen, die sich für Ihr Thema interessiert. Denken Sie bitte nicht nur an die Lokalpresse. Sie bieten Yoga-Kleidung an? Welches Sportmagazin ist besonders beliebt? Klassische Herrenmode kann zum Beispiel gut in ein Wirtschaftsmagazin untergebracht werden. Überlegen Sie sich nicht nur, welche Zeitschriften passen könnten, genauso empfehlenswert können TV Sender, Radiosender oder bekannte Podcasts sein. Als Nächstes müssen Sie ein Thema finden, was den Redakteur interessiert.

Viele Publikumsmedien bieten zum Saisonwechsel eine Trendvorschau an, die sich natürlich eignet, um Produkte darin unterzubringen. Aber es gibt es noch so viel mehr: Vielleicht haben Sie eine spannende Gründerstory? Über Gründerfrauen schreiben viele Medien schon mal gerne, weil es sie einfach selten gibt. Vielleicht können Sie ein Interview zur Vereinbarkeit von Familie und Selbstständigkeit geben? Als Herrenausstatter können Sie den Redakteur vielleicht mit Bildmaterial über die „richtige Fliege zum richtigen Einstecktuch“ versorgen. Über Ihre ökologische Kindermode freut sich vielleicht ein Familienheft, das in vielen Kitas ausliegt.

Sie sehen es gibt viel mehr Möglichkeiten, als nur Ihre Produkte zu platzieren. Ein Hinweis zum Schluss: Natürlich sind die Chancen sehr gering, ohne vorherige Veröffentlichungen in die Vogue zu kommen. Genauso hoch sind wahrscheinlich Ihre Chancen, als ersten Händler Louisa via Roma zu akquirieren. Wenn Sie aber klein (und trotzdem qualitativ) anfangen, können Sie sich nach und nach immer mehr Aufmerksamkeit sichern. Und letztendlich bringt Ihnen jede Presseveröffentlichung neue Interessenten.

 

Der dritte und letzte Reichweiten-Boost sind Kooperationen.

Kooperationen können Partnerschaften zwischen Ihnen und einem anderen Unternehmen sein – genauso können Kooperationen die Zusammenarbeit mit einem Influencer beinhalten.

Kooperationen bringen Ihnen die Reichweite Ihres Partners näher, deshalb ist es sinnvoll, sich Partner zu suchen, die schon entsprechend gute Aufmerksamkeit erzielen. Wieso bieten Sie als Label für Golfmode nicht ausgewählten Clubs besondere Aktionen oder eine exklusive Live-Modenschau mit direkter Kaufmöglichkeit an? Als Babylabel empfiehlt es sich, viele Eltern über Kitas zu erreichen. Von Jako-o habe ich beispielsweise Bollerwagen in einem Tierpark gefunden. Wie wäre es mit einem Schaukelpferd für Kinderbetreuungen, dass auf Sie verweist? Selbst wenn Sie das erstmal „nur“ bei der Kita in Ihrem Kiez machen, haben Sie regelmäßig neue Aufmerksamkeit, weil die Betreuungskinder (und damit Eltern) auch wechseln.

Im DOB Bereich gibt es inzwischen viele Kooperationen zwischen bekannten Brands und Newcomern, die sich für beide Seiten eignen. Vielleicht können Sie mit einer lokalen Produktionsstätte einen eigenen Schal als Limited Edition entwickeln? Selbst wenn Ihre Aktionen einen deutlich kleineren Rahmen haben, gewinnen Sie Interessenten, die Sie vorher nicht hatten. Und nur darauf kommt es letztendlich an.

 

Sorgen Sie dafür, dass Interessenten wieder zurückkommen

 

Bekanntermaßen kaufen die meisten Menschen, insbesondere bei hochpreisigen Produkten, nicht direkt beim ersten Besuch. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Interessenten wieder auf Ihre Website locken.

Anstatt allerdings kostspielige Ads zu schalten, die den Interessenten auf seinen zukünftigen Surftouren durchs Web verfolgen, kümmern Sie sich aktiv darum, dass Ihre Besucher die Emailadresse auf Ihrer Seite hinterlassen. Das geht durch ein Pop Up eines Newslettersystems wie beispielsweise Mailchimp. Mailchimp ist bis zu einer gewissen Größe kostenlos und leicht durch ein Plugin einzubauen, wenn Sie mit WordPress arbeiten. Zusätzlich zu einem Pop Up können Sie die Anmeldemöglichkeit auch noch auf Ihrer Website und/oder Ihrem Blog einbauen.

Zwei Dinge sind dabei noch besonders wichtig: Schaffen Sie einen guten Anreiz, warum sich ein Interessent in Ihre Liste eintragen sollte. Das kann zum Beispiel ein guter Rabatt sein, den der Interessent dann als Code erhält, wenn er sich in Ihr Newsletter-Formular einträgt. Das könnte auch ein kostenloser, wertiger Schlüsselanhänger zum ersten Taschenkauf sein, den er als Gutschein nach seinem Eintrag in seinem Mailfach vorfindet.

Der zweite Punkt ist – bitte unterschätzen Sie nicht die Wichtigkeit, eine Emailliste aufzubauen. Hinterlassen Ihre Interessenten die Emailadresse haben Sie die Möglichkeit, Ihnen auf relativ unkomplizierte Art und Weise immer wieder Angebote zu unterbreiten. Haben Sie deren Adresse nicht, müssen Sie viel mehr unternehmen, um Ihre Interessenten wiederzufinden.

Wenn Sie sich also einmal die Arbeit machen, ein Newsletter-System einzurichten, in Ihr Shopsystem zu integrieren und regelmäßig News an Ihre Interessenten versenden, werden Sie Ihre Käufe steigern können.

Übrigens kann ein Newsletter auch nicht nur aus Angeboten bestehen – er kann genauso gut zukünftige Produkte vorstellen, einen Herstellweg Ihrer Ware begleiten oder einen Tag in Ihrem Office abbilden. Sie werden sehen, das Vertrauen Ihrer Interessenten wächst und Du kannst sie so viel eher zu einem Kauf hinführen.

 

Führe Deine Käufer aktiv zum Wiederkauf

 

Haben Sie einen Interessenten erfolgreich akquiriert und er bestellt Ihr Produkt, hört die Arbeit nicht auf. Sie könnten beispielsweise Ihren Käufer einige Wochen nach dem Kauf um ein Feedback bitten, ob Ihre Laptop-Tasche für ihn genauso wie für Ihre anderen Fans ist. Lass dabei auf jeden Fall auch die Möglichkeit offen, Verbesserungsvorschläge einzureichen. Anhand dessen können Sie Ihr Produkt weiter entwickeln und insbesondere dann, wenn Sie nur einen Onlineshop haben, fehlt Ihnen der direkte und regelmäßige Austausch mit den Kunden.

Eine andere Möglichkeit ist es, Ihrem Kunden ein Angebot (in angemessenem Abstand) für einen Wiederkauf zu machen. Einen Tag nach seinem Kauf wird er wohl erneut nicht gleich wiederkaufen. Drei Monate später schon eher. Früher können Sie ihm das passende Portemonnaie zu seiner Tasche anbieten?

Die dritte Möglichkeit ist also, ein Produkt zu finden, was seinen Kauf ergänzt. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie noch wenige Kunden haben und hochpreisige Produkte anbieten. Denn dann haben Sie noch Zeit dafür, dem Kunden ein individuelles Produkt zu unterbreiten. Sozusagen das, was große Shops automatisiert als Vorschläge lösen.

Zusammengefasst: Bleiben Sie in Kontakt mit Ihren Kunden und lassen Sie sich was einfallen. Dann kommt ein guter Teil Ihrer Käufer garantiert zurück.

 

Ps. Bitte sorgen Sie dafür, dass durch Sie gefundene Interessenten auch tatsächlich kaufen kann.  Bevor Sie mit Ihren Verkaufsaktivitäten starten, sollten Sie den ganzen Verkaufsprozess mit Ihren Produkten durchgetestet haben.

 

Hat Ihnen mein Artikel geholfen oder haben Sie noch Fragen? Diese können Sie mir im Kommentar oder in einer Email gern stellen. Wenn Sie sich mit Gleichgesinnten austauschen möchten, kommen Sie gerne in meine Facebook-Gruppe. Ich freue mich auf Sie.

 Photo by zhou yu on Unsplash

 

2 Antworten

  1. Vielen Dank für die tollen, knackigen Tipps! Liebe Grüße, Susanne

  2. Judith sagt:

    Hallo Susanne,

    danke für Dein Feedback. Ich freue mich sehr, wenn Dir die Tipps weiterhelfen.

    Liebe Grüße
    Judith

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