Interview mit Melanie Schwemer, Inhaberin des Labels Plückefinken

Interview mit Melanie Schwemer, Inhaberin des Labels Plückefinken

Hallo Melanie, ich freue mich, dass wir heute mit dem Interview die Möglichkeit haben, auf unsere gemeinsame Zeit zurückzublicken. Bevor wir dazu kommen, stell Dich und Dein Label doch einmal vor und erzähl uns, wie Du auf die Idee für Plückefinken gekommen bist?

Hallo Judith, vielen Dank. Ja, es war bis jetzt eine ziemlich aufregende Zeit. 

Unter dem Label Plückefinken verkaufe ich praktische und vielseitige Leseknochen. Das sind spezielle Kissen in Knochenform. Diese kann man zum Beispiel als Nackenkissen, Buchstütze, Bauchstützkissen oder auch Rückenkissen benutzen. 

Was ist eigentlich ein Plückefinken? Nun diesen plattdeutschen Begriff kenne ich schon seit meiner Kindheit. Er bedeutet soviel wie, viele kleine Dinge/ Schnipsel machen. Immer wenn ich als Kind am Basteln und schneiden war, meinte meine Mama zu mir: „Na, machst du wieder Plückefinken?“ So verbinde ich viele schöne Erinnerungen an meine Kindheit und auch ganz viel Kreativität mit Plückefinken.

 

Wie lief 2017 für Plückefinken? Wo und an wen hast Du verkauft? Wie hat sich Dein generelles Business entwickelt und wie war Deine Gemütslage ;-)?

Meine Produkte habe ich überwiegend auf Kunsthandwerkermärkten und Kreativmessen verkauft. Das heißt, ich war fast jedes zweite Wochenende in ganz Deutschland unterwegs. Im Sommer auch immer mit Pavillon, da hier die Märkte oft draußen stattfanden und man immer den unterschiedlichen Wettereinflüssen ausgesetzt war. Bei Sonnenschein musste man aufpassen, dass die Produkte nicht ausbleichen und bei Regen, dass sie nicht nass werden. Und 2017 war ziemlich verregnet, also kamen auch nicht viele Besucher zu den Märkten. Was sich dann auch wieder am Umsatz bemerkbar machte. Über meinen Onlineshop habe ich so gut wie kaum was verkauft, weil ich dafür einfach keine Zeit hatte. Der Großteil meiner Kunden waren also die Besucher von den Märkten und Messen, Privatleute.

Ich würde sagen, mein Business hat sich gar nicht entwickelt. Geplant habe ich nur von Markt zu Markt. Es gab keine klare Linie, kein Konzept. Ich war einfach nur froh, wenn ich auf einem Markt mal 1000 € eingenommen habe. Das Jahr 2017 war vom Verkauf und Umsatz schlecht. Zum Jahresende war ich schon sehr frustriert, aber ich wusste, jetzt muss ich was ändern.

 

Anfang 2018 habe ich einige gratis Teststunden angeboten. Du warst die Erste, die das Testcoaching absolviert hat und auch die Erste, die dann in die bezahlte Variante gewechselt hat. Warum hast Du Dich dafür entschieden, mein Coaching zu buchen?

Du warst für mich, wie ein Wink des Schicksals 😀 

Ich wusste, ich will etwas ändern. Wusste aber auch, das schaffe ich nicht allein, ich brauche dafür jemanden der mir hilft und zeigt, was ich machen muss. Und nach dem Testcoaching mit dir stand für mich fest, du bist die Richtige. Ja, ich weiß das Coaching kostet eine Menge Geld und auch ich habe mir etwas borgen müssen um es buchen zu können, aber ich habe es nie bereut.

Durch unsere vielen Gespräche und FB-Chats habe ich erkannt, was falsch in meinem Unternehmen läuft. Du hast mir gezeigt, welche Dinge ich anpacken muss, damit mein Business eine Richtung erhält und wachsen kann. Ich kann dich alles Fragen, sei es zu Marketing, Kalkulation, Produktion oder Akquise, du gibt’s mir immer Antworten und Tipps dazu. 

 

Seit Januar hat sich ja wirklich viel bei Dir im Business getan. Kannst Du mal beschreiben, wo und was sich verändert hat? 

Oh ja, es hat sich wirklich so viel geändert 😀

Wie du weißt war mein Produktsortiment zum Jahresanfang 2018 noch riesig. Ich fertigte neben den Leseknochen noch hauptsächlich selbstgenähte Kinderbekleidung, dazu kamen noch Taschen und allerlei Schnickschnack. Ich dachte immer, auf Märkten braucht man eine Menge Auswahl und viele unterschiedliche Produkte, um eine große Anzahl von Kunden anzusprechen. Nun ich glaube es war im März 2018, da hatte ich wieder einen Markt, der gar nicht mal so schlecht lief, aber ich irgendwie das Gefühl hatte, „Es ist nicht meins!“. Die Kinderklamotten und dieses ganze Markttreiben, es war nicht das was ich wollte. Ich war nicht einzigartig. Darüber habe ich dann ganz lange mit dir gesprochen und beraten, was ich will und wohin mein Business gehen soll. Nach einer Nacht drüber schlafen, stand dann für mich fest, ich werde ab sofort mich voll und ganz auf die Produktion von Leseknochen spezialisieren. Ich glaube, es war eine Woche später, als ich dann einen weiteren wichtigen Schritt für mich umsetzte. An einem Tag kanzelte ich alle Märkte und Kreativmessen. 

Und von da an bekam mein Unternehmen eine ganz neue Richtung. Ich wollte die Leseknochen nicht nur an Endkunden verkaufen, sondern ich wollte in den Einzelhandel.

 

Im Sommer dieses Jahrs hast Du dann auch den ersten Messeauftritt sehr erfolgreich hinter Dich gebracht. Weshalb hast Du Dich für einen Messestand entschieden?

Lach, die Frage habe ich eigentlich ja schon beantwortet. Mein Ziel war es, die Leseknochen in den Einzelhandel zu bringen. Und das habe ich auch geschafft. Schon vor der Messe bekam ich Bestellungen und Anfragen. Aber es war eine Menge harter Arbeit bis dahin. Die Vorbereitungen für so eine Messe sind immens. Das hätte ich nicht gedacht. 

Die Anmeldung war ja im April und die Messe fand im Juli statt. In der Zeit habe ich eine eigene Leseknochen-Kollektion entworfen, Fotos davon gemacht, ein Lookbook gestaltet und drucken lassen, Einladungen entworfen und an über einhundert Händler verschickt. Aber es hat sich definitiv gelohnt. 

 

Die Händler, die Du als Kunden gewonnen hast, bestellen sie auf Kommission oder kaufen sie „richtig“ bei Dir ein? Hat schon ein Händler nachgeordert? 

Nein, auf Kommission bestellt niemand. Für die Händler habe ich EK Preise kalkuliert und einen Mindestbestellwert festgelegt. Außerdem gelten für die Händler auch andere AGB. 

Mittlerweile bestellen auch Händler regelmäßig bei mir. Und seit Kurzem sogar in meinem Onlineshop.

 

Wie hat sich Dein Arbeitsalltag verändert? Mit welchen typischen Aufgaben bist Du regelmäßig konfrontiert?

Ich sitze nicht mehr sooft an der Nähmaschine. Denn seit Herbst 2018 arbeite ich mit einer kleinen Manufaktur in Polen zusammen, welche mich bei der Fertigung sehr unterstützt. Jetzt habe ich mehr Zeit mich um Produktentwicklung, Marketing und administrative Aufgaben zu kümmern. Dazu gehören hauptsächlich Emails beantworten, Bestellungen bearbeiten und Social Media. Außerdem stehe ich regelmäßig in Kontakt mit meiner WordPress-Spezialistin, mit der Näherei und mit meiner Steuerberaterin.

Weiterhin nutze ich die gewonnene Zeit, um mich weiterzubilden, mittels Onlinekursen, Podcast und Coachings. 

 

Hast Du Angst vor der Zukunft? Wie fühlst Du Dich aktuell? 

Nein, ich habe keine Angst vor der Zukunft. Ich bin ein positiver Mensch und versuche immer das Beste auch der jetzigen Situation zu machen. 

Na klar, gibt es auch mal Zeiten, in denen es nicht so gut läuft, da bin ich ganz ehrlich. Und ja, ich habe auch mal schlechte Tage, an denen ich zweifle. Aber diese Zeit nutze ich, indem ich neue Projekte plane oder mich weiterbilde. Und oft hilft mir dann ein konstruktives Gespräch mit dir. 

Im Moment fühle ich mich sehr optimistisch. Ich habe für 2019 eine ganze Menge geplant und freue mich auf die Umsetzung dieser Projekte. 

 

Was planst Du in Zukunft?

Wie eben schon gesagt habe ich für dieses Jahr eine ganze Menge geplant. 

So habe ich schon im Januar die Nordstil in Hamburg wieder besucht. Und auch für den Sommer steht diese Messe wieder in meinem Terminkalender. Bis dahin möchte ich wieder eine neue Kollektion entwickeln und einen neuen Katalog fertigstellen. Außerdem habe ich mich ganz dazu entschlossen, einen Stand auf der Frankfurter Buchmesse zu buchen. Mir ist bewusst, dass die Standgebühr hier noch sehr viel höher ist, aber ich sehe das nicht als Hindernis, sondern als Chance neu Kunden zu akquirieren.

Weiterhin, plane ich einen Newsletter, in dem sich Händler und Endkunden eintragen können. Und auch der Shop wird natürlich weiter angepasst werden. 

 

Lieben Dank für Deine Antworten! Ich bin sehr gespannt, wie es mit Plückefinken weitergeht. 

 

 

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