In 6 Monaten wird aufgeschlossen: So findest, präparierst und eröffnen Sie Ihren Mode Pop Up Shop

In 6 Monaten wird aufgeschlossen: So findest, präparierst und eröffnen Sie Ihren Mode Pop Up Shop

Im letzten Artikel habe ich Ihnen beschrieben, welche Chancen sich meiner Meinung nach mit einem Popup Shop für Ihr Modeunternehmen auftun. Hat Sie mein Artikel überzeugt und möchten Sie gerne einen eigenen Popup Shop eröffnen? Falls Sie sich einen konkreten Plan wünschen, wie die Suche, Vorbereitung und Eröffnung vonstattengehen kann – dann werden Sie hier fündig. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, wie Sie innerhalb von 6 Monaten Ihren eigenen temporären Laden eröffnen. 

 

Pop Up Shop für Ihr Modelabel: In 6 Monaten von der Idee zur Eröffnung

 

Monat 1 und 2: Suche eines geeigneten Ladenlokals

 

Für einen Popup Shop brauchen Sie zweifelsfrei ein passendes Ladenlokal. Doch bevor Sie sich auf die Suche machen, gibt es einige Fragen, die Sie im Vorfeld klären sollten. Ist Ihr Unternehmen in einer großen, mittleren oder kleineren Stadt zu Hause? Wo planen Sie das Popup Konzept? 

 

In einer Großstadt wie Berlin, Köln oder München müssen Sie sich nicht nur gegen große Retailer, sondern gleichermaßen gegen den modischen Nachwuchs behaupten. Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit werden Sie nicht nur ein gutes Produkt, sondern auch eine besonders gute Positionierung mit dem entsprechenden Marketing-Mix für Ihr Modeunternehmen mitbringen müssen, um sich erfolgreich gegen die hohe Konkurrenz zu behaupten.
Auf der anderen Seite haben große Städte den Vorteil, dass Sie eine große Menge an potenziellen Käufer ansprechen können. Außerdem ist die Käuferschaft meistens wesentlich diverser als in Kleinstädten. Heißt konkret, dass avantgardistische Produkte und Kollektionen wahrscheinlich besser in Großstädten funktionieren. 

 

Sind Sie hingegen in einer kleineren oder mittleren Stadt beheimatet, haben Sie möglicherweise einen wesentlichen Heimvorteil. Insbesondere, wenn Sie über ein großes Netzwerk verfügen. In jedem Falle sollten Sie, bevor Sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Objekt machen, sich die Frage stellen, ob das Produkt zu Ihrem Wunschort passt, also ob sich die passende Zielgruppe vor Ort befindet. 

 

Noch unschlüssig, was den passenden Ort betrifft? Versuchen Sie, über den Tellerrand zu schauen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer stark von Touristen frequentierten Gegend? Die kleine Einkaufsmeile in der Vorstadt Ihrer Großstadt, in der Sie das einzige Angebot wären? Ein Ladenlokal in Einkaufsnähe?

 

Es gibt viele Möglichkeiten. Wenn Sie sich entschieden haben oder einige Ideen für Ihr Angebot gesammelt haben, können Sie sich auf die Suche nach einem passenden Ladenlokal machen. Hier ein paar gute Recherchequellen:

  • Spezialisierte Immobilienplattformen wie Brickspaces, Popup Stores oder go pop up  (insbesondere für stark nachgefragte Großstädte)
  • generelle Plattformen für Immobiliensuche wie Immobilienscout oder Ebay Kleinanzeigen  
  • lokale Anbieter wie die jeweilige Wirtschaftsförderung, der Nachhaltigkeitsbeauftragte oder ein Verein zur Vermarktung der Innenstädte/des Einzelhandels (gibt es häufig, da fast jede kleinere – mittlere Stadt mit Ladensterben zu kämpfen hat)
  • die Tageszeitung am Samstag, da insbesondere viele ältere Hausinhaber Ihr Ladenlokal gerne noch inserieren

 

Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt ist Ihr für den Popup Shop angedachte Zeitraum. Zusätzlich zu dem geöffneten Zeitraum sollten Sie circa einen Monat Vor- und zwei Wochen Nachbereitungszeit einplanen. 

 

Im nächsten Schritt empfehle ich Ihnen, die Ladeninhaber zu kontaktieren und zunächst das Ladenlokal zu besichtigen. Kommt dies infrage, können Sie den Inhaber fragen, ob es die Möglichkeit gibt, das Ladenlokal zunächst temporär zu nutzen. Insbesondere älteren oder alteingesessenen Hausinhabern und Maklern hilft der persönliche Kontakt häufig dabei, das notwendige Vertrauen in Sie und Ihre Idee zu fassen. Hier ist dann auch eine Zusage bei eher skeptischen Vermietern wahrscheinlicher.

 

Einige Punkte auf die Sie bei einem möglichen Ladenlokal achten sollten:

  • Kann ein WC als Kunden-WC genutzt werden?
  • Welche städtischen Verordnungen zur Ladenbeschilderung/Kundenstoppern/Außenwerbung gibt es?
  • Müssen Lichter neu installiert werden oder gibt es eventuell vorhandene Beleuchtungselemente, die Sie nutzen können?
  • Gibt es eine Küche? Dies kann insbesondere dann von Wichtigkeit sein, wenn Sie Ihre Gäste z.B. bei einem Eröffnungsevent bewirten wollen. 
  • Gibt es einen Internetanschluss? Brauchen Sie eventuell Starkstrom für eine angebundene Werkstatt vor Ort?
  • Wie muss die Immobilie übergeben werden? Je größer der Umgestaltungsaufwand, desto mehr sollten Sie diesen Punkt im Mietvertrag schenken.

 

Wenn der Laden für Sie vor allem ein Testballon ist, ob sich ein stationäres Geschäft für Ihr Modeunternehmen lohnt, empfehle ich Ihnen, eine Verlängerungsklausel im Mietvertrag zu vereinbaren. 

 

Nach zwei Monaten sollten Sie auch neben Ihrem laufenden Tagesgeschäft die Möglichkeit gefunden haben, ein passendes Ladenlokal mit den oben genannten Maßnahmen zu finden und ein temporäres Mietverhältnis einzugehen. 

 

Monat 3 und 4: Marketing

 

Steht das Ladenlokal und der angedachte Zeitraum fest, ist der erfolgsentscheidende Faktor die Vermarktung Ihres Vorhabens. Die Gedanken zur Zielgruppe, die Sie sich im Vorfeld der Immobiliensuche gemacht haben, können Sie jetzt wieder hervorholen. Ich empfehle Ihnen jetzt, ein konkretes Zielgruppen-Avatar zu erstellen, sodass Sie eine Persona vor Augen haben, wenn Sie sich ans Marketing machen.

 

Drei Bereiche der Vermarktung sind jetzt wichtig:

Onlinewerbung

 

Zum Start Ihrer Marketingaktivitäten sollten Sie eine Facebook Veranstaltung erstellen und diese mit allen relevanten Informationen füttern. Die Veranstaltung ist später sozusagen Ihre Mini-Landingpage für alle an der Veranstaltung Interessierten. Eine Facebook Veranstaltung hat den Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Ladingpage, dass Sie auf einem Sozialen Netzwerk zu Hause ist, sodass Sie auch bei geschickter Vermarktung weiteren passenden Teilnehmern vorgeschlagen wird und direkt an diese vermarktet werden kann.

 

Bei der Vermarktung einer Facebook Veranstaltung ist der Titel entscheidend. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen “Popup Store/Shop XY” zu verwenden, sodass Ihre Zielgruppe direkt weiß, dass es sich um ein temporäres Ladenkonzept handelt. Wenn Sie einen guten Teaser im Titel haben, ist die Wahrscheinlichkeit mehr Anmeldungen zu generieren, wahrscheinlicher. Empfehlenswert ist auch, passende Keywords bei der Facebook Veranstaltung zu hinterlegen. 

 

Als Nächstes sollten Sie passende Beiträge für das Facebook Event hinterlegen, damit die Veranstaltung regelmäßig aktualisiert wird und potenzielle Interessenten an Ihre Veranstaltung erinnert werden. Sie können den Threat zum Beispiel dafür nutzen, Fotos oder Videos vom aktuellen Stand des Vorhabens zu posten, oder Partner bzw. Sponsoren anzukündigen. 

 

Neben den Einladungen für die Facebook Veranstaltung, die Sie sicher an persönliche Kontakte in Ihrem Facebook Netzwerk versenden, sollte die Veranstaltung so gut wie möglich verbreitet werden. Folgende kostenlose und kostenpflichtige Aktionen können Sie zum Beispiel nutzen, um die Reichweite zu erhöhen:

  • Erstellen eines Banners für Ihre Startseite auf Ihrer Unternehmenswebsite, der direkt verlinkt ist
  • Schalten von bezahlten Facebook Anzeigen, um die Veranstaltung potenziellen Besuchern vorzuschlagen
  • Verbreiten in passenden, lokalen Facebook Gruppen (Werbung nur nach Absprache mit dem Moderator)
  • Engagieren von Influencern oder kleineren Multiplikatoren, die Sie auf die Veranstaltung einladen und die dann auf die Veranstaltung im Vorfeld aufmerksam machen
  • Hinweis an lokale Netzwerke, wie den Einzelhandels- oder Marketingverband Ihrer Stadt, mit der Bitte, die Veranstaltung ebenfalls online zu teilen
  • regelmäßige Postings auf Ihren Sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, usw.)

 

Offline Werbung

 

Um möglichst viele Interessenten zu erreichen, sollten Sie nicht auf Offline Werbung verzichten. Auch hier ist Ihr Dreh- und Angelpunkt die Facebook Veranstaltung, damit Sie auch die zu erwartenden Gästezahlen in etwa abschätzen können.

 

Folgende Aktionen können Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen:

  • Zeitungsanzeigen
  • Flyer in örtlichen Hotspots
  • Pitches bei lokalen Veranstaltungen
  • Kundenstopper (wenn erlaubt) vor dem Ladenlokal schon während der Renovierung aufstellen
  • Anzeigen in der wichtigsten Lokalzeitung zu den beliebtesten Lesezeiten (meist Mittwoch und Samstag)
  • nachhaltige Einkaufstüten während der Ladenöffnung, schön designt und mit direktem Verweis auf das Geschäft z.B. mit Straße oder einfach zu merkendem Link
  • ggf. über Radiowerbung nachdenken
  • Guerilla Marketing, sprich eine Aktion z.B. in der Fußgängerzone, die sehr viel (positive) Aufmerksamkeit erregt

 

Pressearbeit

 

Um auch den letzten potenzielle Käufer zu erreichen und sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, können Sie Pressearbeit nutzen. Laden Sie den Redakteur, der bei Ihrer Lokalzeitung für Mode/Einzelhandel zuständig ist, ein, um ihm Ihr Konzept vorzustellen. Sind es mehrere Redakteure, lohnt sich vielleicht ein exklusives Presseevent vor der Eröffnung?

Wenn Sie im Westen wohnen, sollten Sie auf jeden Fall die WDR Lokalzeit anrufen. Hat man ein gutes Konzept, freuen sich die Redakteure. 

 

Und egal wo Sie in Deutschland beheimatet sind – vergessen Sie bitte das Radio nicht. Insbesondere lokal hat der Hörfunk immer noch eine große Wirkung. 

 

Das Ergebnis dieser Arbeitsphase sollte aus meiner Sicht ein detaillierter Marketingplan sein, in dem Sie Ziele und Maßnahmen festgehalten haben. 

 

Monat 5 und 6: Vorbereitung und Eröffnung

 

Steht das Marketing soweit? Im letzten Monat vor der Eröffnung sollten Sie sich an die räumliche Vorbereitung machen. Die genaue Dauer hängt vom Umfang Ihrer geplanten Umbaumaßnahmen ab. 

 

Wünschen Sie sich Sponsoren, zum Beispiel einen Gastronom für ein mögliches Eröffnungsevent? Spätestens jetzt sollten Sie die passenden Partner kontaktieren. Sind das lokale Partner, ist das der richtige Zeitabstand. Sind es mögliche Sponsoren von weiter weg, sollten Sie sich für die Vorgespräche mehr Zeit nehmen. 

 

Des Weiteren ist spätestens jetzt auch der richtige Zeitpunkt, nach passendem Personal für Ihren Pop Up Shop zu suchen. Das Personal ist kriegsentscheidend. Suchen Sie daher nach charismatischen und engagierten Mitarbeitern, die Ihr Produkt gut repräsentieren. Um passendes Personal zu finden, können Sie Ihre Auftritte in den sozialen Netzwerken nutzen und in möglichen Presseveröffentlichungen darauf hinweisen. 

 

Im ersten Schritt empfehle ich Ihnen, ein einfaches Einrichtungskonzept zu erstellen. Wie genau soll das Ladengeschäft aussehen? Welche Zwecke soll es erfüllen? Wie viel Ware müssen Sie unterbringen und wie sehen passende Warenträger aus? Hier können und sollen Sie gerne kreativ werden. Das Produkt ist das Eine, der Look des Stores das Andere. Der erste Eindruck bei potenziellen Käufern muss einfach sitzen.

 

Entwickeln Sie aus dem Einrichtungskonzept eine Einkaufsliste für Umbau, Mobiliar und Deko. Schreiben Sie auch auf, welches Werkzeug Sie brauchen. Wer nimmt den Umbau vor? Wenn Sie alles zusammen haben, können Sie starten.

 

Legen Sie zunächst mit den räumlichen Umbaumaßnahmen los. Dazu gehören Wandfarben, ggf. Bodenveränderungen und Beleuchtung. Denken Sie auch an die technische Infrastruktur und nicht zuletzt das Wlan.

 

Im nächsten Schritt können Sie das geplante Mobiliar, was im Falle einer Bestellung bestenfalls jetzt angeliefert werden sollte, aufbauen und an seinen Platz stellen. Danach geht es an die Deko. Planen Sie mehrere Stunden für die Dekoration Ihrer Räumlichkeiten ein. 

 

Bereiten Sie in jedem Falle rechtzeitig die Eröffnung vor. Dazu gehören ggf. Goodiebags, gastronomisches Angebot aber auch administrative Vorbereitungen wie die ordnungsgemäße Einrichtung der Kasse. Testen Sie die Kasse lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, da nichts mehr nervt, als ewiges Warten, weil die Kasse nicht funktioniert. 

 

Arbeiten Sie das Personal ein und engagieren Sie eine Reinigungsfirma (auch für die Fenster), wenn Sie keine Lust haben, selber tätig zu werden.

 

Jetzt ist es endlich soweit und Sie können den Pop Up Shop für Ihr Modeunternehmen aufschließen. Verraten Sie mir doch, wie es lief. Natürlich können Sie mir auch, wenn noch Fragen offen geblieben sind, gerne einen Kommentar hinterlassen oder eine Email schreiben. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

 

 

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