Die 10 besten Tipps, um jetzt mit Ihrem eigenen Modelabel durchzustarten

Die 10 besten Tipps, um jetzt mit Ihrem eigenen Modelabel durchzustarten

Sie träumen davon, Ihre eigenen Designs zu verkaufen?

 

Damit sich dieser Traum nicht zum Alptraum entwickelt, kommen hier unsere 10 besten Tipps, die Sie vor den häufigsten Fehlern bewahren, die Gründer in diesem Bereich machen.

 

1. Unterschätzen Sie Ihr Vorhaben nicht

Sie kennen es bestimmt, wie wahrscheinlich die meisten von uns. Sie haben jemanden in Ihrem Bekanntenkreis, der vorhat, eigene Mode zu verkaufen. Seien es bedruckte T-Shirts, mit denen sich vermeintlich einfach Geld verdienen lässt. Sei es ein Modestudent, der sich selbstständig machen möchte. Oder die BWL-Studentin, die von ihrem eigenen Glitzer-Kleider-Imperium träumt. Auf das nächste Modelabel hat niemand gewartet. Wenn Sie eine Marktlücke gefunden haben, können Sie es trotzdem schaffen. Dabei steht am Anfang (wie bei jedem anderen Unternehmen auch) harte Arbeit.

 

2. Finden Sie eine Marktlücke und Ihr Alleinstellungsmerkmal als Modedesigner

Das ist aus unserer Sicht der wichtigste Punkt. Vielleicht studieren Sie Mode- oder Produktdesign und beherrschen ein Produkt oder eine Herstellungsart besonders gut. Oder Sie haben entdeckt, dass der Markt für komfortable Businesswear in der Damenoberbekleidung boomt. Meine Empfehlung hier an dieser Stelle: Setzen Sie auf ein Produkt, dass Sie und andere langfristig am Markt sehen und weniger auf einen kurzlebigen Trend.

Sie haben keine Ahnung, wie Sie eine Marktlücke finden, weil das Angebot unüberschaubar wirkt. Dann fangen Sie doch vielleicht mal so an: Gibt es einen Bereich, der Sie besonders interessiert? Herrenmode oder Lederjacken? Welche Marken gibt es bereits? Welche Produkte? Schauen Sie sich viele Onlineshops und Geschäfte an. Seien Sie aufmerksam und fragen Sie Ihr Netzwerk: Gibt es Produkte, welche vielen Menschen in Ihrem Umfeld fehlen?

Wenn Sie eine vermeintliche Marktlücke entdeckt haben, nutze Onlineumfragen und promote diese über Ihre Profile in den Sozialen Netzwerken und deren Gruppen, um so viel Feedback wie möglich zu bekommen.

 

3. Orientieren Sie sich mit Ihren Preisen am Modemarkt

Auch diesen Tipp können wir nur immer wieder geben. Es gibt viele Gründer, deren Preise zu hoch sind, weil sie der Auffassung sind, die Kosten rechtfertigen einen dementsprechenden Preis.

Ich empfehle Ihnen, den Preis anhand des Marktes festzulegen, in dem Sie sich bewegen möchten. Was bieten potenzielle Konkurrenten an? Denken Sie auch dran, wenn Sie einen sehr hohen Preis verlangen, erwartet der Kunde auch eine sehr hohe Qualität. Können Sie diese Qualität sicherstellen?
Wenn Sie sich für ein passendes Preisgefüge entschieden haben, müssen Sie die Kosten dementsprechend anpassen. Mit fast allen Produzenten kann man verhandeln. Ist vielleicht ein anderer Produzent günstiger? Dasselbe gilt für Lieferanten. Eine Produktion in Eigenregie ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Eine Excel-Vorlage für eine Preiskalkulation gibt es demnächst.

 

4. Kalkulieren Sie mit ausreichend Kapital

Der Kapitalbedarf für ein eigenes Label ist nicht zu unterschätzen. Wenn Sie mit dem deutschen Einzelhandel zusammenarbeiten wollen, der bekanntermaßen etwas langsamer auf neue Produkte anspringt, als das europäische Ausland, dann sollten Sie mit ca. 250-750.000 € Startkapital kalkulieren, je nachdem, ob Sie verschiedene Größen oder Accessoires anbieten.

Sie können Ihren Kapitalbedarf verhältnismäßig klein halten, wenn Sie anstatt einer umfangreichen Kollektion, nur mit ein bis drei gut ausgearbeitete Produkte arbeiten und die Palette nach und nach erweitern. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass Sie sich hiermit einen Spezialistenstatus erarbeiten können. So geschehen bei Das Capemädchen oder Mansur Gavriel.

 

5. Machen Sie sich einen Plan für Ihr Modelabel

Bevor Sie sich selbständig machen, empfehlen wir Ihnen eine einfache Businessplanung, auch dann, wenn Sie kein Fremdkapital benötigen. Der Plan hilft Ihnen, Ihre Gedanken zu sortieren und Ihr Vorhaben darauf zu überprüfen, ob Ihr Vorhaben auch finanziell erfolgversprechend sein kann.

 

6. Arbeiten Sie professionell

Gerade wenn Sie mit dem Einzelhandel zusammenarbeiten, ist dieser Ratschlag wichtig. Ihre Unterlagen sollten keine losen, handgeschriebenen Blätter sein. So können Sie sich besser auf Termine vorbereiten. Wenn Sie das tuen, sieht der Händler eine größere Chance, mit Ihnen eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung einzugehen. Er geht dann etwa eher davon aus, dass Sie pünktlich zu den vereinbarten Konditionen liefern.

Aber auch wenn Sie einen eigenen Onlineshop betreiben, ist es wichtig, dass Ihre Kunden zufrieden sind, eine schnelle Rückmeldung erhalten und nicht zu lange auf das Paket warten müssen. Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, bietet es sich hier unter anderem an, Emails zu automatisieren.

 

7. Bauen Sie sich eine Community auf

Vor den Verkäufen steht der Communityaufbau, on- und offline. Manchmal startet das mit dem direkten Freundeskreis, manchmal mit einer von Ihnen administrierten Facebook-Gruppe, die ein bestimmtes Thema behandelt, das für Ihre Produkte relevant ist. Dies könnte sein: Wenn Sie Tragetücher für Babys anbieten, könnten Sie eine Gruppe für den Austausch darüber und die unterschiedlichen Wickeltechniken gründen.

Wenn Sie dort Arbeit investieren, können Sie später davon profitieren: So können Sie dadurch Ihre Marketingkosten deutlich geringer halten, weil Communitymitglieder Freunden gratis Ihre Produkte weiterempfehlen – weil sie zufrieden sind und es optimalerweise ihr Problem löst. Treue Communitymitglieder kaufen nicht nur bei Ihnen ein, sondern beziehen online auch Stellung für Sie. Davon konnten schon einige kleine Unternehmen profitieren.

 

8. Ohne Kunden keine Zukunft

Fokussieren Sie sich zu stark auf das Produkt, sondern behalten Sie den Kunden immer im Blick. Haben die Kunden Verbesserungsvorschläge? Üben sie konstruktive Kritik? Hören Sie immer aufmerksam zu und beziehen Sie Ihre Kunden zum Beispiel über eine Fanpage mit ein. So können Sie die Communitymitglieder um Namensvorschläge für ein Produkt bitten oder nach Farbwünschen für die kommende Saison fragen.

Fazit: Die Kunden verdienen genauso viel Aufmerksamkeit wie das Produkt.

 

9. Fokussieren Sie sich

Wenn Sie dann in die Umsetzung einsteigen, organisieren Sie Ihre Arbeitsbereiche so gut wie möglich.

Notieren Sie die Bereiche, um die Sie sich zu Anfang selbst kümmern müssen. Das könnten etwa Entwurf, Produktion, Vertrieb und Vermarktung sein. Was sind die wichtigsten Aufgaben in jedem Bereich? Machen Sie sich einen Projektplan und überlegen Sie sich, was bis wann stehen muss. Kalkulieren Sie Zeitpuffer mit ein. Wenn Sie die Ziele festgelegt haben, überlegen Sie sich die Meilensteine, also Teilschritte, die für die Erreichung des Ziels notwendig sind. Auch an die Meilensteine vergeben Sie Deadlines, also Termine, bis wann sie erledigt sein müssen.

Bearbeiten Sie die Aufgaben, die für die Zielerreichung notwendig sind, immer zuerst und alles andere danach.

10. Holen Sie sich Hilfe

Nicht jeder kann alles und ein Modelabel verlangt nach sehr breit gefächertem Wissen. Sie haben Modedesign studiert, aber Sie fühlen sich in betriebswirtschaftlichen Themen noch nicht sicher? Sie sind Betriebswirt, aber Ihnen fehlen wichtige Branchenerfahrungen?

Dann schauen Sie sich um – es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen: Besuchen Sie einen Kurs für Business oder Design (das gibt’s auch online), gehen Sie zu Branchenveranstaltungen (zum Beispiel hier: Modeopfer110 und hier: Fashionunited) und lernen Sie, wie die Branche tickt, suchen Sie sich einen Mitgründer, der über das fehlende Knowhow verfügt, recherchieren Sie online oder nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

 

credit: Unsplash/ Tanja Heffner

 

 

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